Raum für Kinderrechte
Auf dem Gut Wulfsdorf in Ahrensburg
Der Raum für Kinderrechte ist das Ergebnis langjähriger pädagogischer und therapeutischer Arbeit auf dem Gut Wulfsdorf. Aus vielfältigen, praxisnahen Erfahrungen heraus entstanden, bietet er heute einen geschützten Ort für individuelle Förderung, kreative pädagogische und therapeutische Lösungen, Beratung und Qualifizierung.
In der Vergangenheit diente der Raum unter anderem als außerschulischer Lernort für die Stadt Hamburg, als temporär-intensivpädagogische Maßnahme für den Kreis Stormarn, als Schulungsstandort für Schulbegleitungen und Hilfen zur Erziehung sowie als Fortbildungsraum für intensivpädagogische Ansätze und sonderpädagogische Perspektiven im Kontext der Hilfen zur Erziehung.
Unser Angebot
Im Raum für Kinderrechte verbinden wir:
- Systemisches ambulantes Clearing für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die von Absentismus bedroht sind
- Individuelle, kombinierte Folgemaßnahmen, für Kinder und Jugendliche, die entsprechenden Bedarf im Clearing aufweisen konnten
- Bildungs- und Beratungsangebote im Bereich „inklusiver Kinderschutz“ für Eltern, Träger, Schulen und weitere Interessierte
Zielgruppe
Die Maßnahmen auf dem Gut Wulfsdorf sind konzipiert für Kinder zwischen 12-16 Jahren, die sich in ihrer Not aus unterschiedlichen familiären und institutionellen Bezügen gesprengt haben. In Folge von psychologisch und neurologisch bedingten Krisensituationen reagieren manche Kinder mit herausforderndem Verhalten, das in seiner Dynamik auf den ersten Blick als schwer nachvollziehbar erscheinen kann. Dabei beginnt die Problematisierung des jeweiligen Verhaltens häufig erst dann, wenn sich die Kinder und ihre Familien bereits in einem Zustand von Ohnmacht und Erstarrung befinden. Die daraus resultierende Handlungsunfähigkeit kann wiederum zu einer Verschärfung der Eskalationsspirale führen. Diese sich zuspitzende Eskalation hat häufig destruktive Prozesse zur Folge, mittels derer sich die Kinder und Jugendlichen selbst aus dem System sprengen. Dies drückt sich oftmals in einer sogenannten Unbeschulbarkeit aus.
Voraussetzungen und Kosten
Da die Maßnahmen in der Regel schulersetzend stattfinden, ist die wichtigste Zugangsvoraussetzung, dass die Möglichkeiten der Schule das Recht auf Teilhabe an Bildung zu wahren ausgeschöpft sind. In diesem Fall gehen wir von einer komplexen, individuellen Problemlage aus, die eine ebenso komplexe und individuelle Antwort benötigt. Für die Aufnahme ist also eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Kostenträgern notwendig, um Ziel und Finanzierung entsprechend abzustimmen. Beteiligte Institutionen sind in der Regel das Schulamt / die Schulsozialarbeit, die Eingliederungshilfe und / oder das Jugendamt.
Ablauf
Die Maßnahmen finden in einem schulfernen Setting mitten in der Gesellschaft statt: Auf dem Gut Wulfsdorf, einem biologisch-dynamisch betriebenen Demeterhof an der Grenze zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein. Hier kommen die Kinder an einen sicheren Ort in wunderschöner Umgebung, der wesentlich dazu beiträgt, dass die überreizten Nervensysteme zur Ruhe kommen können. Die Arbeitshaltung gegenüber den Kindern ist von Ruhe, Verständnis und einem individuellen Blick geprägt. Das Leben auf dem Hof bietet einen natürlichen Raum für zahlreiche Verhaltens- und Interaktionsbeobachtungen mit Mensch und Tier, die vor dem Hintergrund der jeweiligen Fallgeschichten einer Hypothesenbildung für individuelle Förder- sowie Inklusionskonzepte dienen.
Gemeinsame pädagogische Experimente, Tätigkeiten auf dem Hof und familientherapeutische Settings ermöglichen das Erstellen von förderdiagnostischen Gutachten für Unterricht sowie Lern- und Lebensumfeld. Zudem unterstützen wir die Eltern nach eingehender Anamnese bei der gezielten Suche und Anbindung an das medizinische Feld, Therapie- und Rehabilitationseinrichtungen sowie Eltern- und Selbsthilfegruppen.
Dazu führen wir geeignete Methoden der Sonder-, Trauma- und Hofpädagogik zusammen, fundiert durch systemische Therapieansätze für Kinder, Jugendliche und deren Familien.
Ziel
Ziel unserer Arbeit ist zum einen das Clearing multifaktoriell bedingter Belastungssituationen, zum anderen die Wiederherstellung der Lern- und Ausbildungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen.
Dem vorangestellt ist die Wiederherstellung einer natürlichen Freude am Lernen, der Bindungsfähigkeit und der damit einhergehenden Bereitschaft, sich auf therapeutische Settings einzulassen.
Team
In unserem Team ergänzen sich verschiedene Richtungen der Pädagogik, wie Sonder-, Rehabilitations-, Hof- und Umweltpädagogik, sowie Heilerziehungspflege und Inklusionshilfe mit DSGF-zertifizierter systemischer Therapie, Traumapädagogik und -fachberatung. Verschiedene Weiterbildungen wie etwa in Anti-Aggressionstraining, DOKI® und weitere ermöglichen uns eine multiprofessionelle Begleitung von Kindern und deren Familien in besonders belastenden Lebenssituationen.
Kontakt
Für Fallanfragen nach SGB VIII: Johannes Müller-Wieland
Für individuelle (Fall-)Beratungen: Franziska Noack




